Die Masterarbeit ist geschrieben, eingereicht und vielleicht sogar für den Marketing Master Award 2026 nominiert. Doch was kommt danach? Wie gelingt der Übergang vom Studium in die Praxis und worauf kommt es heute an, wenn man im Marketing durchstarten will?
Wir haben die Jury des MMA 2026 gefragt, was sie jungen Marketingabsolvent:innen raten würden. Herausgekommen ist eine Sammlung echter Insights aus der Branche und ganz praktischer Tipps.
Marketing ist mehr als Tools, aber ganz ohne Tools geht es nicht
Alle Jury-Mitglieder betonen: Ohne digitale Kompetenzen geht im Marketing nichts mehr. Wer heute überzeugen will, sollte ein grundlegendes Verständnis für Daten, Tools und Plattformlogiken mitbringen. Prof. Dr. Regine Kalka (Professorin für Marketing und Kommunikation, Hochschule Düsseldorf) nennt den souveränen Umgang mit digitalen Analyseinstrumenten und die Fähigkeit zur adressatengerechten Kommunikation komplexer Inhalte als zentrale Fähigkeiten.
Gleichzeitig warnt sie vor einem einseitigen Fokus: Wer sich ausschließlich auf operative oder technologische Fertigkeiten verlässt, verpasst den strategischen Blick. Auch Simon Usifo Usifo (Internationaler Marketing- und Werbeexperte) unterstreicht: Fachliche Substanz allein reicht nicht – Empathie, Haltung und Relevanz entscheiden mit darüber, ob Ideen wirklich Wirkung entfalten.

Verstehen, wofür das Unternehmen steht – nicht nur, was es verkauft
Für Niels Klamma (CMO Lexus, Toyota Deutschland GmbH) ist Marketing keine Parallelwelt, sondern eng mit anderen Unternehmensbereichen verzahnt: „Als guter, wertbringender Marketer brauchst du ein gutes Verständnis fürs Geschäft. Du musst weder Vertriebler noch Finanzcontroller sein – aber du solltest wissen, wie diese Bereiche ticken.“
Sein Rat: Früh den Austausch suchen. Mit Kolleg:innen sprechen. Sich für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge interessieren. Und nicht zuletzt: das eigene Interesse am Produkt, an der Marke und an der Kundenerfahrung ernst nehmen.
Netzwerk aufbauen: Und das früher, als man denkt
Die einen halten es für lästig, die anderen für selbstverständlich. Doch alle aus der Jury sind sich einig: Berufliches Netzwerken beginnt nicht erst mit dem ersten Arbeitsvertrag. Simon Usifo empfiehlt, schon während des Studiums gezielt Praktika zu wählen und sich über Projekte und Veranstaltungen mit anderen zu vernetzen.
Prof. Julia Frohne (Professorin für Kommunikationsmanagement, Westfälische Hochschule) verweist auf Berufs- und Fachverbände wie die GEM oder die regionalen Marketing Clubs, die häufig vergünstigte Mitgliedschaften für Studierende anbieten. Und: Man muss sich nicht sofort fest binden. „Oft kann man auch erstmal schnuppern – und dann entscheiden, ob man bleiben möchte.“

Was bleibt, wenn sich alles verändert? Haltung.
In Zeiten, in denen sich Technologien, Zielgruppen und Plattformen immer schneller verändern, werden Reflexionsfähigkeit und Lernbereitschaft zu entscheidenden Kompetenzen. Regine Kalka bringt es auf den Punkt: „Die Bereitschaft, das eigene Vorgehen immer wieder kritisch zu hinterfragen, gehört heute zur Grundausstattung.“
Simon Usifo sieht insbesondere in Empathie eine unterschätzte Fähigkeit: „Sie wird häufig als Soft Skill verschrien, ist aber essenziell, um den Resilienzmuskel von Organisationen zu stärken.“ Gerade in unsicheren Zeiten brauchen Marken Menschen, die zuhören, vermitteln – und neue Impulse setzen können.
Und Niels Klamma? Der hat eine einfache, aber kraftvolle Antwort: „Folge deiner Leidenschaft. Folge deiner Leidenschaft. Folge deiner Leidenschaft.“

Der Marketing Master Award findet am 9. Juni 2026 in Siegburg statt. Wenn du dabei sein und wertvolle Kontakte in die Marketingpraxis knüpfen möchtest, melde dich jetzt an:
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