Was bringt eigentlich eine Bewerbung für den Marketing Master Award? Und wie verändert sich der Blick auf die eigene Masterarbeit, wenn sie plötzlich vor Jury, Fachpublikum und potenziellen Arbeitgeber:innen präsentiert wird? Annika Hagen hat diese Erfahrung gemacht. Sie hat 2023 den Marketing Master Award gewonnen. Mit uns hat sie über die Entscheidung, sich zu bewerben, über den Mut, den es brauchte, und über das, was sich danach verändert hat, gesprochen.
Sichtbarkeit über den Hörsaal hinaus
Für Annika war die Bewerbung vor allem eine Chance, ihr Thema aus dem rein akademischen Rahmen herauszulösen. „Ich habe damals über meinen Professor von der Möglichkeit erfahren und wurde auch von meinen Betreuer:innen unterstützt“, erzählt sie. „Mich hat vor allem angesprochen, dass der Award eine Bühne bietet, um meine Arbeit sichtbarer zu machen – auch für Entscheidungsträger:innen aus der Praxis.“ Sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein starkes Interesse an einer Promotion, und der Award erschien ihr als guter Schritt, um die wissenschaftliche Relevanz ihres Themas auch außerhalb des Campus zu erproben.

Ein Impuls zur Weiterentwicklung
Rückblickend beschreibt Annika die Teilnahme am MMA als wichtigen Impuls für ihre berufliche Entwicklung – insbesondere, weil sie durch die Rückmeldungen von Jury und Fachpublikum erlebte, dass ihre Forschungsfrage auch jenseits der Hochschule Aufmerksamkeit verdient. „Der Austausch mit den Expert:innen hat mein Interesse an einer wissenschaftlichen Vertiefung noch weiter bestärkt“, sagt sie. Heute promoviert sie im Bereich Nachhaltigkeit – jenem Themenfeld, mit dem sie auch ihre Masterarbeit verfasst und den Award gewonnen hat.
Netzwerk, das bleibt
Obwohl die Preisverleihung nur ein Abend war, wirkt sie für Annika bis heute nach. Der Kontakt zu Marketing-Expert:innen aus Unternehmen, Agenturen und Hochschulen hat ihr berufliches Netzwerk deutlich erweitert – „und mit einigen bin ich bis heute im Austausch“, erzählt sie. Der Gewinn des Awards sei dabei nicht nur ein Aushängeschild gewesen, sondern vor allem ein Türöffner für Gespräche auf Augenhöhe. „Es ging nicht nur ums Gewinnen – sondern darum, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die ähnliche Interessen teilen.“

Komplexes greifbar machen – und dabei authentisch bleiben
Was sie beim MMA besonders eingebracht hat? Vor allem ihre Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich und strukturiert aufzubereiten. Sie erinnert sich, dass es ihr wichtig war, den wissenschaftlichen Kern nicht zu verwässern, aber dennoch praxisnah und strategisch zu argumentieren.
Und dann war da noch der Pitch: „Ich glaube, mein sicheres Auftreten und mein analytisches Denken haben geholfen – und dass ich immer versuche, irgendwo auch einen kleinen Witz einzubauen“, sagt sie lachend. „Das lockert die Stimmung und macht die Inhalte zugänglicher.“
Leicht war die Präsentation allerdings nicht. Die größte Herausforderung lag für Annika darin, ihre Masterarbeit – ursprünglich für ein akademisches Publikum geschrieben – so zu erzählen, dass sie auch für Praktiker:innen spannend und nachvollziehbar wurde. „Es war eine echte Übung in Storytelling.“
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Detail: „Der Timer lief rückwärts, was ich erst spät bemerkt habe.“ Sie musste spontan ihre Storyline anpassen, um in der Zeit zu bleiben. „In der Situation war das Stress pur – aber im Rückblick eine gute Anekdote.“
Annika Hagen hat den Schritt gewagt – und gewonnen.
Doch selbst ohne den ersten Platz hätte sich die Teilnahme für sie gelohnt: Sie hat sich sichtbar gemacht, den wissenschaftlichen Diskurs erweitert und den Übergang von der Hochschule in die Praxis aktiv gestaltet. Ihre Geschichte zeigt: Wer eine relevante, durchdachte und engagiert präsentierte Masterarbeit geschrieben hat, sollte nicht zögern, sie auch über die Hochschule hinaus zu zeigen.