Durch Kreativität helfen

Durch Kreativität helfen

Christian Rengier über neue Spendenformate für die
Welthungerhilfe

Fight for your team and beat Corona worldwide! Unter diesem Motto startet die Welthungerhilfe am 02.05.2020 mit den Welthungerhilfe German Masters ihre erste eSports-Turnierserie. Spaß und Gutes tun stehen dabei im Vordergrund. So will die gemeinnützige Organisation aus Bonn zu weltweiter Solidarität und Spenden im Kampf gegen Corona aufrufen. Welche weiteren neuen Spendenformate ins Leben gerufen wurden, um die Corona-Krise aktiv zu nutzen, erzählt uns Christian Rengier von der Welthungerhilfe im Interview.

Das Interview

Herr Rengier, was bedeutet die Corona-Krise für die Welthungerhilfe?

Rengier Durch COVID-19 spitzt sich die Ernährungslage weltweit zu. 2020 droht zu einem Jahr der Hungerkrisen zu werden. Wer COVID-19 überlebt, könnte an Hunger sterben. Die Corona-Krise wird die Ärmsten am härtesten treffen. Die Mehrzahl der Länder leidet schon jetzt unter Wirtschaftskrisen, Überschwemmungen, der großen Zahl an intern Vertriebenen durch bewaffnete Konflikte, maroden Gesundheitssystemen sowie der Heuschreckenplage. Für die Ärmsten werden die Folgen am Schlimmsten sein. Die globale Rezession wird größere Auswirkungen auf das Einkommen der Ärmsten haben und betrifft damit direkt ihre Ernährungssicherung. 1% weniger Wirtschaftswachstum könnte die Zahl der Armen und Hungernden um 2-3% erhöhen, das wären noch einmal 14-23 Millionen Menschen weltweit (Quelle IFPRI). Auch das WFP befürchtet, dass sich die Zahl der Menschen, die unter akutem Hunger leiden, durch die Corona-Krise verdoppeln könnte, auf rund 265 Millionen Menschen. Für unsere Arbeit heißt das, dass wir zusätzliche Maßnahmen und Mittel zur Verfügung stellen müssen, um die Menschen in unseren 39 Projektändern zu versorgen und bestmöglich zu schützen. Dazu bedarf es vor allem auch der Solidarität der Menschen in wirtschaftlich besser aufgestellten Ländern wie Deutschland. Als Spendenorganisation leben wir von dieser Solidarität und vom Vertrauen der Menschen in unsere Arbeit. Einer unserer Ansätze ist hier die Verbindung von Spaß und Gutem tun. Wir möchten Menschen mit dem erreichen, was sie gerne machen und ein weiteres, Sinn stiftendes Element hinzufügen. Hier sind wir vor allem im Frühjahr und Sommer mit vielen Sport- und Outdoor-Fundraising-Events in Deutschland präsent. Diese fallen auch bei uns bis auf Weiteres aus. Zeit und Auftrag also, sich schnell mit Alternativen zu befassen. Der Fokus hat sich entsprechend schnell ins Digitale verlagert.

Was hat es mit den „Welthungerhilfe German Masters“ auf sich?

Rengier Wir beobachten den eSports-Bereich schon eine Weile und sind fasziniert von der Entwicklung der letzten Jahre. Es hat sich eine globale, junge und sehr gut vernetzte Community gebildet. Neben dem beeindruckenden Aufstieg professioneller Gamer, Brands oder Influencer sind wir nachhaltig angetan von der weltweiten Interaktion der Community. Menschen kommen von überall her, loggen sich ein und spielen die Nächte gemeinsam durch oder tauschen sich zu den neusten Skills aus. Es ist völlig egal woher du kommst, an was du glaubst oder wie dein Lebensentwurf ausschaut. Alle sind gleich und alle teilen die Liebe zum Spiel. Das zählt. Und das ist auch unsere Philosophie. Wir wollen verbinden, gemeinsam eine gute Zeit haben und Gutes tun. Gleichzeitig bietet sich hier aber auch die Möglichkeit für neue Kooperationen und Partnerschaften. Und darüber hinaus eine ganz neue Zielgruppe kennen zu lernen und zu erreichen. Mit dem ersten Welthungerhilfe German Masters am 02.Mai wagen wir den Einstig in den eSport auf dem wohl meist gespielten Onlinespiel aller Zeiten. Fifa. Die aktuelle Version „FIFA20“ für die Playstation wird nachweislich in fast allen Ländern dieser Erde gespielt. Die Community ist groß und sehr aktiv. Das haben wir direkt gemerkt. Das Interesse für unser erstes Online-Turnier ist riesig. Wir haben unter anderem Deutsche Meister oder auch Virtual-Bundesliga-Spieler vom Erstliga-Team des VfL Bochum im Teilnehmerfeld. Das sind die Stars der Szene. Am meisten freut es uns aber, dass unser Turnier auch Menschen erreicht, die selbst Leid, Flucht und Gewalt erleben mussten. Und die auf diese Weise anderen Menschen helfen möchten. Man muss es einfach sagen, das ist schon rührend. Wir bringen Menschen zusammen, die eine Passion und eine Idee eint. Dass das so gut klappt, bestärkt uns in unserer Entscheidung für den eSport. Und die gute Nachricht für alle Rheinländer zuletzt: Es sind noch Plätze frei!

Wie ist die Idee zu den neuen Spendenformaten entstanden und wie ist die Annahme?

Rengier Recht spontan ehrlich gesagt. Auch für uns hat sich die Situation über Nacht verändert. Also haben wir im Team die Köpfe zusammengesteckt und virtuelles Brainstorming betrieben. Was können wir virtuell anbieten, wie können wir Menschen erreichen und auf welche Weise können wir den Menschen im Homeoffice oder gestressten Eltern den Alltag versüßen und sie gleichzeitig für die Not anderer sensibilisieren? Aus diesen Fragen haben wir Konzepte entwickelt und die vielversprechendsten Ideen zu implementierbaren Formaten ausgebaut. Die sind jetzt live und werden überwältigend gut angenommen. Überzeugt euch selbst: https://www.welthungerhilfe.de/corona-spenden/werde-aktiv-gegen-corona/

Können Sie aus der Krise auch positive Aspekte ziehen?

Rengier Ganz klar nein. Einer Krise etwas Positives abzugewinnen finde ich sehr schwierig. Wie auch in diesem Fall ist eine Krise immer mit sehr viel individuellem Leid, Traumata und Unsicherheit verbunden. Sie trifft die ohnehin Schwachen und Marginalisierten meist am härtesten und offenbart schonungslos die Schwächen einer Gesellschaft. Davon können wir bei der Welthungerhilfe ein Lied singen. Tod, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit lassen da keine Positivität zu. Eine Krise bietet aber immer auch eine Chance. Darauf kann ich mich einlassen und daran glaube ich. Krisen fördern die Kreativität der Menschen und laden zur Reflektion und zum Neustart ein. Genau das erleben wir gerade weltweit. Ob es auf der großen politischen Bühne ist oder einem Format wie diesem hier beim Club. Not macht erfinderisch. Vieles was man nie für möglich gehalten hätte, passiert. Wir sollten das Momentum und die Solidarität der Menschen zueinander nutzen, um einen nachhaltigen und sozialen (globalen) Zukunftsentwurf auf den Weg zu bringen. Das würde mich tatsächlich positiv stimmen.

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